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GESCHICHTE ZUM ORIENTALISCHEN TANZ / BAUCHTANZ
“Der Tanz war einst religiöses Ritual, und ist in manchen Kulturen
heute noch so, Auf- und Untergang der Sonne, Ernte, Geburt und
Tod wurden als Resultat mächtiger geheimnisvoller Kräfte ange-
sehen, die jenseits bewußten Verstehens lagen."
In seiner ursprünglichen Form nennt man ihn den "Raqs sharki"
(arabisch) - das heisst soviel wie der "Tanz des Ostens". Fran-
zösische Orientreisende des 19. Jahrhunderts, z. B. Flaubert,
prägten den Begriff "Bauchtanz", die den Tanz als "Danse du
ventre" bezeichneten.
Die Ursprünge dieses Tanzes lassen sich bis weit in vorphara-
onische Zeiten zurückverfolgen. Es gibt Indizien die darauf hin-
deuten, daß der Tanz als sakraler, heiliger Tanz von den
Priesterinnen in den Tempeln praktiziert wurde (auf jeden Fall
solange, bis die monotheistischen Religionen die "Muttergöttin-
nen" von ihrem Thron stürzten und damit auch deren heiligen Tanz).
Parallel zum sakralen Tempeltanz erfreute man sich schon zur
Zeit der Pharaonen am orientalischen Tanz in Form der Unter-
haltungskunst. Am vollendetsten findet man den Bauchtanz heute
in Ägypten und im gesamten Nahen Osten. Hier wird er als klass-
ischer Bauchtanz bezeichnet.
Erst im 19. Jahrhundert wurde der orientalische Tanz von unserer "modernen, zivilisierten Gesellschaft" wiederentdeckt.
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Die Orientreisenden waren von den tanzenden Zigeunerinnen, den Ghawazee, beeindruckt. Zugang zu
den tanzenden arabischen Frauen hatten sie nicht. Eine fromme muslimische Frau zeigt sich nicht vor
Männern, die nicht zu ihrer Familie gehören. Damit entspräche sie nicht dem traditionellen Frauenbild.
Schließlich könnte sie ja mit dem Tanz ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen und wäre damit
unabhängig von einem Mann. Und auch noch heute ist eine Bauchtänzerin keine "Frau zum Heiraten",
obwohl die meisten der professionellen Tänzerinnen auch verheiratet sind. Und so haftet dem
orientalischen Tanz noch immer etwas Anrüchiges und Verbotenes an, obwohl er gerade in der
orientalischen Welt von allen Frauen getanzt wird. Der Unterschied ist nur, ob er zu Hause, auf
Familienfesten und in der Gemeinschaft der Frauen oder in der Öffentlichkeit getanzt wird.
Die Syrierin namens "Little Egypt" stellte 1893 den orientalischen Tanz auf der Weltausstellung in
Chicago erstmals der breiten Weltöffentlichkeit vor. Heute gilt der Bauchtanz zu einer der grössten
Frauenbewegungen überhaupt. Er wird weltweit getanzt und symbolisiert weibliche Lebensfreude.
Bauchtanz steht für das Selbstbewusstsein der Frauen und die Liebe zum eigenen Körper.
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